Informationen für Eltern

Liebe Mütter, liebe Väter,

 

einige von Ihnen haben so sehr gewartet. Einige haben monatelang mit den Kindern bewusst gelebt, haben sie gefühlt und haben gewusst: Sie sind da!

 

Andere mussten erst einmal damit klarkommen und brauchten Zeit, um das Leben in ihnen wahrzunehmen und zuzulassen. Wiederum andere mussten schwere Entscheidungen treffen, da ihr Kind nicht überlebensfähig war.

 

Ihr Kind gehört zu Ihnen, es ist ein Teil von Ihnen. Vielleicht empfinden Sie jetzt absolute Leere. Vielleicht wundern Sie sich, dass sich die Welt um Sie herum weiterdreht, obwohl Sie das Gefühl haben, die Welt sei stehen geblieben. Starke Emotionen und auch Fragen wie "Wer war schuld?" oder "Warum ist das geschehen?" kommen immer wieder.

 

Wir können nur erahnen, was Sie jetzt empfinden. Wir möchten aber für Sie da sein und bieten Ihnen unsere Beratung und Begleitung in der Zeit der Trauer an.

 

Dafür bauen wir an verschiedenen Standorten Projekte auf. Wo wir tätig sind finden Sie in der Rubrik Standorte.

 

Neben den sachlichen Informationen möchten wir Ihnen noch einige Hinweise geben:

 

Lassen Sie sich Zeit!

Die RISE-Teams stehen Ihnen für persönliche Fragen gerne zur Verfügung, unabhängig davon, wann Sie Ihr Kind verloren haben. In der Zeit Ihrer Trauer begleiten und beraten wir Sie gerne in unseren Büros und je nach Standort auch in der Klinik. Gerne können Sie uns auch telefonisch kontaktieren.

 

Ein Kennenlernen, das zugleich Abschied nehmen heißt

Die Zeit des Empfangens, die bewusst erlebte gemeinsame Zeit mit dem Kind und das Vorbereiten des bevorstehenden Abschieds sind das, was wir Ihnen schenken können. Es entspricht unserer Haltung, einen pietätvollen und würdigen Umgang mit dem sterbenden bzw. verstorbenen Kind bei der Geburt, Einsargung und Bestattung zu leben und zu vermitteln, der Ihrem Kind das gleiche Maß an Achtung, Würde und Respekt zuspricht, wie sie allen Verstorbenen gegenüber angebracht ist.

Gesetzeslage

 

Kinder mit einem Geburtsgewicht von 500 Gramm oder höher werden ins Personenstandsregister des Standesamtes eingetragen.

 

Die Namen der Kinder mit einem Gewicht von unter 500 Gramm können Sie beim zuständigen Standesamt anzeigen. In diesem Fall erteilt Ihnen das Standesamt eine Bescheinigung mit einem Formular.

 

Sie können sich bis zu acht Wochen nach der Geburt von einer Hebamme begleiten lassen, auf Kosten Ihrer Krankenkasse. Das Angebot gilt allen Müttern, unabhängig davon, in welcher Schwangerschaftswoche sie ihr Kind verloren haben.

 

In der Bundesrepublik Deutschland wird das Personenstandswesen durch das Personenstandsgesetz (PStG) und die dazugehörige Ausführungsverordnung (PStV) geregelt.

 

Jedes Jahr kommen in Deutschland über 50.000 Kinder durch eine Fehlgeburt zur Welt. Mit dem Begriff „Fehlgeburt“ (PStV §31) bezeichnet der Gesetzgeber das verfrühte Ende einer Schwangerschaft (unabhängig von der Schwangerschaftswoche) und den Verlust des weniger als 500 Gramm wiegenden Kindes. Eine „Totgeburt“ (PStV §31) liegt hingegen dann vor, wenn das geborene Kind mindestens 500 Gramm wiegt und im Mutterleib (intrauterin) oder unter der Geburt verstorben ist. Dies ist meldepflichtig, die Mutter erhält für ihr verstorben geborenes Kind eine Geburtsurkunde und einen Totenschein.

Bestattung / Trauerfeier

 

Sie können Ihr Kind unabhängig von der Schwangerschaftswoche persönlich bestatten lassen. Die individuelle Bestattung ist kostenpflichtig. Wir bieten Ihnen Hilfe bei der Organisation und Durchführung an.

 

Sie können ihr Kind auch würdevoll in einer gemeinsamen Bestattung mit anderen Kindern bestatten lassen. Dies gilt für alle Kinder unabhängig von der Schwangerschaftswoche. Wenn Sie dazu keine Informationen erhalten haben, wenden Sie sich bitte an den jeweiligen Standort in Ihrer Nähe. Die Kindergräber sind jederzeit zugänglich.

Bestattungsgesetz NRW (BestG NRW, v. 04.06.2003)

 

Im Jahr 2003 trat in Nordrhein-Westfalen das neue Bestattungsgesetz in Kraft. In ihm werden Regelungen zur Bestattung von Kindern, die durch Fehl- oder Totgeburt zur Welt kommen, festgeschrieben. Mit dem Gesetz werden aber auch die Rechte der Betroffenen gestärkt. Eltern haben demnach das Recht, ihre Kinder unabhängig von der Schwangerschaftswoche persönlich bestatten zu lassen:

„Tot- und Fehlgeburten sowie die aus einem Schwangerschaftsabbruch stammende Leibesfrucht sind auf einem Friedhof zu bestatten, wenn ein Elternteil dies wünscht. Ist die Geburt oder der Schwangerschaftsabbruch in einer Einrichtung erfolgt, hat deren Träger sicherzustellen, dass jedenfalls ein Elternteil auf diese Bestattungsmöglichkeit hingewiesen wird. Liegt keine Erklärung der Eltern zur Bestattung vor, sind Tot- und Fehlgeburten von den Einrichtungen unter würdigen Bedingungen zu sammeln und zu bestatten. Die Kosten hierfür trägt der Träger der Einrichtung.“
(Bestattungsgesetz NRW, Erdbestattung, Ausgrabung, §14, Absatz 2)

Nicht erlaubt ist die Bestattung der Kinder, die durch eine Tot- oder Fehlgeburt zu Welt kommen, außerhalb eines Friedhofes (BestG NRW § 19 Ordnungswidrigkeiten Absatz 6).

Viele Informationen aus dieser Webseite finden Sie auch in unserem Booklet, welches Sie auf der Seite des jeweiligen Standortes finden.

Sollten Sie weitere Fragen haben, sprechen Sie uns oder ein Bethanien-Sternenkinderprojekt in Ihrer Nähe an.

 

069 / 95932370-0

 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

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